UM Oberstdorf 60 km – Spontan ins Abenteuer und als erster Hiker ins Ziel
61,9 Kilometer | 2.500 Höhenmeter | 08:40 Stunden

Vom Kölnpfad zum Ultramarsch Allgäu
Eigentlich sollte dieses Wochenende ganz anders aussehen. Geplant war der Kölnpfad über 171 Kilometer in Köln. Die Vorfreude war riesig und alles war vorbereitet. Doch die angekündigte Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 40 Grad machte uns als Familie einen Strich durch die Rechnung. Nach langen Überlegungen entschieden wir uns am Donnerstag gegen die Fahrt nach Köln. Die rund 500 Kilometer Anreise und die Aussicht, Emma bei diesen Temperaturen im Bett oder im Camper schlafen zu lassen, fühlten sich einfach nicht richtig an. Schweren Herzens sagten wir den Kölnpfad ab und freuten uns stattdessen auf ein entspanntes Familienwochenende.
Doch manchmal schreibt das Leben seine eigenen Geschichten. Am Freitag meldete sich Andreas und bot mir seinen Startplatz für den Ultramarsch Allgäu in Oberstdorf an. Gleichzeitig hatten die Veranstalter aufgrund der Hitze den Start von 6 Uhr auf 4 Uhr vorverlegt und die Strecke von ursprünglich 100 auf 60 Kilometer verkürzt. Da musste ich nicht lange überlegen. Oberstdorf liegt gerade einmal 45 Minuten von uns entfernt. Also stellte ich den Wecker auf 1:45 Uhr und machte mich am Samstagmorgen spontan auf den Weg.

Ohne großes Training an die Startlinie
Die letzten zwei Monate hatte ich kaum trainiert. Familienzeit, Urlaub und andere Dinge hatten Priorität. Deshalb war mein Plan für die 60 Kilometer eigentlich ganz einfach: entspannt hiken, die Berge genießen und einen schönen Tag verbringen.
In Oberstdorf angekommen, traf ich beim Check-in viele bekannte Gesichter wieder. Genau diese Momente machen solche Veranstaltungen immer besonders. Man kennt sich, tauscht sich aus und freut sich gemeinsam auf die bevorstehenden Stunden in den Bergen. Wir beschlossen, die Strecke ruhig anzugehen – zumindest bis der Startschuss fiel.
Punkt 4 Uhr ging es los und plötzlich war es wieder da: dieses alte, bekannte Rauschgift namens Adrenalin. Ich war sofort im Tunnel und ließ meine Beine einfach machen.
Über die Berge und plötzlich ganz vorne dabei
Die ersten Kilometer liefen überraschend schnell. Obwohl ich als Hiker gestartet war, konnte ich das Tempo vieler Läufer problemlos mitgehen. Nur die ganz
schnellen Läufer waren zunächst vor mir. Am ersten Anstieg begann ich bereits, die ersten Teilnehmer einzusammeln. Die Strecke führte zunächst hinauf in Richtung Rubihorn und anschließend wieder hinunter zu den Skisprungschanzen von Oberstdorf. Ich fühlte mich unglaublich gut.
Nach dem ersten Verpflegungspunkt bei Kilometer 20 begann der anspruchsvollere Teil der Strecke – der lange Anstieg Richtung Geißberg. Dort fand ich richtig meinen Rhythmus. Platz für Platz arbeitete ich mich nach vorne und überholte weitere Teilnehmer. Bis auf einen Läufer hatte ich schließlich fast alle vor mir eingesammelt. Danach ging es weiter in Richtung Besler. Aufgrund der verkürzten Strecke mussten wir jedoch nicht ganz hinauf, sondern drehten vorher wieder ab.

Kampf gegen die Hitze und ein perfekter Zieleinlauf
Zwischenzeitlich wurde das Thema Trinken etwas kritisch. Die Etappe zwischen den Verpflegungspunkten war länger als gedacht und ich hatte nicht besonders viel Flüssigkeit dabei. Zum Glück hatte ich mein Iso-Pulver dabei und konnte an Brunnen immer wieder Wasser nachfüllen. Dazu gab es meine bewährte Kombination aus Datteln und Salz.
Bei Kilometer 40 wartete schließlich der zweite Verpflegungspunkt – und die Wassermelone dort schmeckte wahrscheinlich besser als jedes Gourmet-Menü. Die letzten Kilometer führten über wunderschöne Wege und kleine Orte zurück Richtung Oberstdorf. Die Beine wurden langsam schwer, aber ich wusste, dass heute ein richtig guter Tag werden würde.
Nach 61,9 Kilometern, 2.500 Höhenmetern und 8 Stunden und 40 Minuten lief ich schließlich um 12:40 Uhr ins Ziel ein. Dort standen bereits Christin und Emma und warteten auf mich – ein ganz besonderer Moment nach einem langen Tag in den Bergen. Am Ende standen Gesamtplatz 2 und der Sieg in der Hiker-Wertung auf der Ergebnisliste.

Ein perfekter Samstag im Allgäu
Nach dem Zieleinlauf blieb noch genügend Zeit, um mit den Veranstaltern und anderen Teilnehmern zu sprechen und weitere Finisher im Ziel zu feiern. Erst als Emma ihren zweiten Mittagsschlaf machen wollte, machten wir uns wieder auf den Heimweg. Um 16 Uhr waren wir bereits wieder zu Hause und hatten sogar noch etwas vom Tag.
Aus einem abgesagten 171-Kilometer-Abenteuer in Köln wurde ein unvergesslicher Tag beim Ultramarsch Allgäu. Manchmal sind es genau diese spontanen Entscheidungen, die die schönsten Erinnerungen schaffen. Und eines ist sicher: Der UM Oberstdorf findet auch im nächsten Jahr wieder statt – und ich freue mich jetzt schon darauf, als Lokalmatador erneut an der Startlinie zu stehen und die Allgäuer Berge wieder genießen zu dürfen.
Motivation kommt und geht, Disziplin trägt Dich weiter – Freude am Prozess ist stärker als beides.
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UM Oberstdorf 60 km – Spontan ins Abenteuer und als erster Hiker ins Ziel
61,9 Kilometer | 2.500 Höhenmeter | 08:40 Stunden

Vom Kölnpfad zum Ultramarsch Allgäu
Eigentlich sollte dieses Wochenende ganz anders aussehen. Geplant war der Kölnpfad über 171 Kilometer in Köln. Die Vorfreude war riesig und alles war vorbereitet. Doch die angekündigte Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 40 Grad machte uns als Familie einen Strich durch die Rechnung. Nach langen Überlegungen entschieden wir uns am Donnerstag gegen die Fahrt nach Köln. Die rund 500 Kilometer Anreise und die Aussicht, Emma bei diesen Temperaturen im Bett oder im Camper schlafen zu lassen, fühlten sich einfach nicht richtig an. Schweren Herzens sagten wir den Kölnpfad ab und freuten uns stattdessen auf ein entspanntes Familienwochenende.
Doch manchmal schreibt das Leben seine eigenen Geschichten. Am Freitag meldete sich Andreas und bot mir seinen Startplatz für den Ultramarsch Allgäu in Oberstdorf an. Gleichzeitig hatten die Veranstalter aufgrund der Hitze den Start von 6 Uhr auf 4 Uhr vorverlegt und die Strecke von ursprünglich 100 auf 60 Kilometer verkürzt. Da musste ich nicht lange überlegen. Oberstdorf liegt gerade einmal 45 Minuten von uns entfernt. Also stellte ich den Wecker auf 1:45 Uhr und machte mich am Samstagmorgen spontan auf den Weg.

Ohne großes Training an die Startlinie
Die letzten zwei Monate hatte ich kaum trainiert. Familienzeit, Urlaub und andere Dinge hatten Priorität. Deshalb war mein Plan für die 60 Kilometer eigentlich ganz einfach: entspannt hiken, die Berge genießen und einen schönen Tag verbringen.
In Oberstdorf angekommen, traf ich beim Check-in viele bekannte Gesichter wieder. Genau diese Momente machen solche Veranstaltungen immer besonders. Man kennt sich, tauscht sich aus und freut sich gemeinsam auf die bevorstehenden Stunden in den Bergen. Wir beschlossen, die Strecke ruhig anzugehen – zumindest bis der Startschuss fiel.
Punkt 4 Uhr ging es los und plötzlich war es wieder da: dieses alte, bekannte Rauschgift namens Adrenalin. Ich war sofort im Tunnel und ließ meine Beine einfach machen.
Über die Berge und plötzlich ganz vorne dabei
Die ersten Kilometer liefen überraschend schnell. Obwohl ich als Hiker gestartet war, konnte ich das Tempo vieler Läufer problemlos mitgehen. Nur die ganz
schnellen Läufer waren zunächst vor mir. Am ersten Anstieg begann ich bereits, die ersten Teilnehmer einzusammeln. Die Strecke führte zunächst hinauf in Richtung Rubihorn und anschließend wieder hinunter zu den Skisprungschanzen von Oberstdorf. Ich fühlte mich unglaublich gut.
Nach dem ersten Verpflegungspunkt bei Kilometer 20 begann der anspruchsvollere Teil der Strecke – der lange Anstieg Richtung Geißberg. Dort fand ich richtig meinen Rhythmus. Platz für Platz arbeitete ich mich nach vorne und überholte weitere Teilnehmer. Bis auf einen Läufer hatte ich schließlich fast alle vor mir eingesammelt. Danach ging es weiter in Richtung Besler. Aufgrund der verkürzten Strecke mussten wir jedoch nicht ganz hinauf, sondern drehten vorher wieder ab.

Kampf gegen die Hitze und ein perfekter Zieleinlauf
Zwischenzeitlich wurde das Thema Trinken etwas kritisch. Die Etappe zwischen den Verpflegungspunkten war länger als gedacht und ich hatte nicht besonders viel Flüssigkeit dabei. Zum Glück hatte ich mein Iso-Pulver dabei und konnte an Brunnen immer wieder Wasser nachfüllen. Dazu gab es meine bewährte Kombination aus Datteln und Salz.
Bei Kilometer 40 wartete schließlich der zweite Verpflegungspunkt – und die Wassermelone dort schmeckte wahrscheinlich besser als jedes Gourmet-Menü. Die letzten Kilometer führten über wunderschöne Wege und kleine Orte zurück Richtung Oberstdorf. Die Beine wurden langsam schwer, aber ich wusste, dass heute ein richtig guter Tag werden würde.
Nach 61,9 Kilometern, 2.500 Höhenmetern und 8 Stunden und 40 Minuten lief ich schließlich um 12:40 Uhr ins Ziel ein. Dort standen bereits Christin und Emma und warteten auf mich – ein ganz besonderer Moment nach einem langen Tag in den Bergen. Am Ende standen Gesamtplatz 2 und der Sieg in der Hiker-Wertung auf der Ergebnisliste.

Ein perfekter Samstag im Allgäu
Nach dem Zieleinlauf blieb noch genügend Zeit, um mit den Veranstaltern und anderen Teilnehmern zu sprechen und weitere Finisher im Ziel zu feiern. Erst als Emma ihren zweiten Mittagsschlaf machen wollte, machten wir uns wieder auf den Heimweg. Um 16 Uhr waren wir bereits wieder zu Hause und hatten sogar noch etwas vom Tag.
Aus einem abgesagten 171-Kilometer-Abenteuer in Köln wurde ein unvergesslicher Tag beim Ultramarsch Allgäu. Manchmal sind es genau diese spontanen Entscheidungen, die die schönsten Erinnerungen schaffen. Und eines ist sicher: Der UM Oberstdorf findet auch im nächsten Jahr wieder statt – und ich freue mich jetzt schon darauf, als Lokalmatador erneut an der Startlinie zu stehen und die Allgäuer Berge wieder genießen zu dürfen.
Motivation kommt und geht, Disziplin trägt Dich weiter – Freude am Prozess ist stärker als beides.
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Das dranbleiben Workbook von Jore Schlag


Jores Workbook für Menschen, die wirklich etwas verändern wollen – langfristig.
Das Workbook dranbleiben ist kein theoretisches Konzept.
Es ist aus echten Erfahrungen entstanden – aus Training, Alltag, Herausforderungen und dem Wunsch nach nachhaltiger Veränderung.
Die Inhalte begleiten dich Schritt für Schritt dabei, eigene Ziele klarer zu erkennen, Gewohnheiten aufzubauen und langfristig dranzubleiben.










